Abseits vom Alltäglichen – Erstes Salongespräch im Kirms-Krackow-Haus am 26. Juni 2009

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Menschen vorzustellen, die denken, was nicht vorgedacht ist, die sagen, was nicht vorgesagt wird, die leben, was nicht medial vorgelebt wird. Menschen, die abseits vom Alltäglichen wirken und doch mitten im Leben stehen, das ist das Ziel der Salongespräche im Kirms-Krackow-Haus. Mit dem in diesen Tagen begonnenen Umzug der Freimaurerloge Anna Amalia in das KKH soll dort auch eine dem Geist der Humanität verpflichtete Salonkultur Einzug halten. Natürlich, so Logenvorstand Michael Hasenbeck, sind dabei die von unserer Stifterin, der Herzogin Anna Amalia, initiierten Gesprächsrunden unser großes Vorbild. Heute geht es uns aber vordringlich um den offenen Austausch von Gedanken und Empfindungen in kleineren Runden, in denen man sich bewusst die Zeit zum gegenseitigen Zuhören und miteinander Reden nimmt. Am Freitag, dem 26. Juni, um 19.30 Uhr, wird mit einem Vortrag des seit 1994 zwischen Weimar und Florenz lebenden Pädagogen und Künstlers Heinz Georg Häußler der Anfang gemacht. Sein Thema: „Wenn die Säulen mit uns sprechen – vom Gilgamesch-Epos bis in die Moderne“. Häußler, der in Weimar unter anderem die Variationen zum Schlangenstein für den Innenhof des Rudolf-Steiner-Hauses gestaltet hat, will auf seiner "Zeitreise" der Frage nachgehen, welche Weisheiten gestaltete Säulen den Menschen heute noch vermitteln können. Herders Betrachtungen über die Plastik und die Spiegelung seiner Gedanken in Goethes "Römischen Elegien" stellen hierbei einen unmittelbaren heimischen Bezug her. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Zur Person: Heinz Georg Häußler wurde 1939 in Göppingen geboren. Als Bildhauer und Pädagoge war er u.a. als Kunsterzieher und Werklehrer am Ecole Montolieu am Genfer See tätig. Häußler arbeitete zum Thema „abstrakte Skulpturen“ und über die Formengesetze Michelangelos. Hierzu erschien sein Buch „Das Formgeheimnis Michelangelos“. Er war Mitbegründer der Alanus-Hochschule für musische und bildende Kunst in Alfter bei Bonn, wo er dreizehn Jahre die Bildhauerabteilung leitete. An der Accademia di Santa Maria bei Florenz, die er 1982 mit gründete, führte Häußler zahlreiche Bildhauer-Kurse und kunstgeschichtliche Studien durch. Die Arbeit mit Schülern an verschiedenen Waldorfschulen formte sein pädagogisches Profil.

In Häußlers Leben zwischen Lehre, Forschung und eigenem künstlerischen schaffen, stellt seine Arbeit an dem Skulpturen-Ensemble „toskanischer Säulen-Kreis“ bei Florenz wohl die größte persönlichen Herausforderung dar. Hier entstanden zwischen 1989 und 2006 acht 3,5 Meter hohe Marmorsäulen, die durch die Formfindung auch über seinen Lebens- und Erkenntnisweg erzählen.

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