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Alle Menschen, gleich geboren, sind ein adliges Geschlecht.

Br.: Heinrich Heine

Buch der Lieder, „Burgidylle“,1827. – Heinrich Heines Werk ist geprägt von geistiger Brillanz, scharfem Witz und sprachlicher Eleganz. Mit Leichtigkeit verband er poetische Schönheit mit kritischem Nachdenken über geistige Enge und gesellschaftlichen Missstände – klar, mutig, und von stilistischer Raffinesse. 1844 wurde er in Paris zum Freimaurer aufgenommen.

Freiheit, Gleichheit, Mitmenschlichkeit

Der Geist der Aufklärung verbreitete sich im Europa des 18. Jahrhunderts. Von England kommend, schuf der Gedanke der Freimaurerei 1737 in Hamburg die erste Loge als Heimstatt für diese Werte in einem deutschen Staat, der bald andere folgten. Nach ersten freimaurerischen Aktivitäten in Jena Anfang der 1760er Jahre, erfolgte am 24. Oktober 1764, dem Geburtstag ihrer Namenspatronin, der Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die Gründung der Weimarer Loge „Amalia“.

Gesellschaftliche und politische Ambitionen einzelner Akteure sowie persönliche Befindlichkeiten führten zu heftigen Richtungsstreitigkeiten in den Freimaurerlogen. Auch die Weimarer Loge blieb hiervon nicht verschont. Die Logenarbeit ruhte deshalb offiziell ab 1782. Im Jahr 1808 betraute Herzog Carl August die Freimaurer-Brüder J.W. v. Goethe und F.J. Bertuch mit der Wiederaufnahme der Logenarbeit. Am 24. Oktober 1808 wurde Bertuch zum Meister vom Stuhl gewählt, in die 1809 auch C.M. Wieland aufgenommen wurde. Im 19. Jahrhundert avancierte die Loge zu einem der gesellschaftlichen Mittelpunkte in Weimar.

Nach dem Tod der Herzogin Anna Amalia im Jahr 1807 wurden der Festsaal und die angrenzenden Räume im Wittumspalais zum Sitz der Loge.

Von 1847 bis 1853 befand sich das Logenhaus in einem Hintergebäude des Hotels „Russischer Hof“. 1853 erfolgte der Umzug in das eigens erbaute Logenhaus auf einem Grundstück aus dem Nachlass von Bruder Johann Nepomuk Hummel.

Obwohl staatliche und religiöse Neutralität Verpflichtung waren, blieben der sich entwickelnde Nationalismus und Kolonialismus im Europa des 19. Jahrhunderts auf das Logenleben nicht ohne negativen Einfluss. Die überwiegend dem prosperierenden Bürgertum zuzurechnenden Mitglieder hielten – mit honorigen Ausnahmen – dem gesellschaftlichen Druck des jeweiligen „Zeitgeistes“ selten stand. Dies galt nach dem 1. Weltkrieg dann gerade auch für die erstarkenden kollektivistischen Heilslehren, insbesondere den Nationalsozialismus.

Wo die Devise „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ zum Teil mit Gewalt Geltung beanspruchte,hatten die Logen nicht wirklich Substantielles entgegen zu setzen. Die durch Aufklärung und Idealismus geprägte freimaurerische Grunderkenntnis, dass nur die Freiheit und Bildung des Einzelnen ein Leben in sozialer Verantwortung und weltweiten Frieden ermöglichen, vermochte nur wenige zu veranlassen in ihrem Lebensumfeld aufzustehen und dem Unrecht zu wehren, wo immer es sich zeigte. Die Tendenz, sich erneut durch das Gebot staatlich-politischer Zurückhaltung aus der gesellschaftlichen Entwicklung herauszuhalten, ja zu versuchen sich zu arrangieren, war stark ausgeprägt und zerriss letztendlich die Bruderkette – nicht nur in Weimar. Dies entschuldigt nichts, erklärt aber manches und mahnt für alle Zukunft.

Mit dem Verbot aller Freimaurerlogen und der Enteignung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1936 wurde das Logenhaus anderen Nutzungen zugeführt, im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und später abgerissen.

Nach nur wenigen Wochen des Hoffens auf einen Neubeginn nach 1945 mussten die Weimarer Freimauer ihre durch die Amerikaner zunächst zugelassenen Arbeiten wieder einstellen. Die dunkle Zeit war noch immer nicht vorbei, auch im Sozialismus sollte kein Platz sein für das individuelle Erfahren und Leben der Ideale von Freiheit, Gleichheit und Mitmenschlichkeit. Die wenigen Brüder, in denen das Licht und damit die Hoffnung auf einen Neubeginn nicht erloschen war, trafen sich als private Herrenrunde im Hotel Russischer Hof. Die letzte Aufnahme in die Loge soll 1962 privat vollzogen worden sein. Das Licht der Loge Amalia wurde vor der deutschen Teilung nach Hamburg und Berlin getragen und bewahrt. Wir wissen über diese bewegte Zeit leider viel zu wenig. Es wäre ein lohnendes Forschungsfeld für neugierige Geister, auf die die heutigen Brüder der Loge auch aus Kreisen von Studentinnen und Studenten zählen.

Mit dem Jahr 1989/1990 erhielten die humanistischen Ideale eine neue Chance. Die Wiedergründung der Loge erfolgte 1990 in Hamburg und die Lichteinbringung 1992 in Weimar.

Seitdem gibt es sie wieder, die Johannisfreimaurerloge „Amalia“ als „Anna Amalia zu den drei Rosen“ mit der aus dem Jahr 1764 stammenden denkwürdigen Matrikelnummer 50.

Festsaal im Wittumspalais zum Rosenfest 2000
Russischer Hof
Amalienstraße 5 (vorher Friedhofsstraße, wurde auf Bitten der Bürger wegen des Logenhauses „der Amalia“ umbenannt)
Logenhaus um 1920
Logenhaus 1945
Stadtmuseum, Bertuchhaus
Logentempel, Kellergewölbe Bertuchhaus
Kirms-Krackow-Haus, Garten
Tempelraum im Stadtschloss
Tempelraum im Hotel Leonardo

Unter der Verfassung der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland e.V. (A.F.u.A.M.v.D.) Im Verband der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) – Bruderschaft der Freimaurer / Distrikt Hessen und Thüringen

Johannisfreimaurerloge
Anna Amalia
zu den drei Rosen
i.: Or.: Weimar, gestiftet 1764
Matrikelnummer 50,
A.F.u.A.M.v.D.

Thomas-Müntzer-Str. 31
99423 Weimar

Kontakt:
sekretaer [at] anna-amalia [dot] de

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